Wie Deniz Kosan wiederholt betrog, manipulierte und stahl. Und wie dabei ein klares Muster sichtbar wird.
Das Muster hinter der Fassade
Deniz Kosan agiert mit erschreckender Konsequenz. Seine Methode ist durchdacht, sein Charme entwaffnend, und seine Opfer sind unterschiedlich – doch das Muster bleibt gleich. Er inszeniert sich als charismatischer Kreativprofi, der angeblich in Gastronomie, Design oder Medien arbeitet. Gepflegt, mehrsprachig und sozial überzeugend, gewinnt Kosan schnell das Vertrauen seiner Mitmenschen.
Er nutzt kuratierte Social-Media-Identitäten, insbesondere über die Instagram-Accounts @denizdotcom und @monsieurpapilon, um sein Image zu untermauern. Hinter dieser digitalen Fassade steckt ein durchdachtes, wiederholbares Betrugssystem.
Der Betrug: Mietmasche & Illegale Untervermietung
Viele von Kosans Opfern wurden durch Wohnungsbetrug geschädigt. Er gab sich entweder als Mieter oder Vermieter aus, baute Vertrauen durch Charme, schnelle Kommunikation und künstliche Dringlichkeit auf. Oft überwies er kleine Beträge im Voraus oder zeigte gefälschte Dokumente, um glaubwürdig zu wirken. Dann kassierte er Kautionen und Mieten, ohne je Zugang zur Wohnung oder gültige Verträge zu bieten – und verschwand.
In manchen Fällen verschaffte er sich illegal Zugang zu möblierten Wohnungen, wohnte dort ohne Zahlung und nutzte das langsame Räumungsverfahren zu seinem Vorteil.

Der Diebstahl: Mehr als nur Geld
Kosans Handlungen beschränken sich nicht auf finanziellen Schaden. Opfer berichten vom Diebstahl hochwertiger Elektronik, Designermöbel, Schmuck – darunter auch Erbstücke – und persönlicher Dokumente. Manche verloren sogar Gegenstände mit emotionalem Wert wie private Fotos. In mehreren Fällen tauchten gestohlene Objekte später auf seinen Social-Media-Profilen wieder auf – eine zusätzliche Provokation gegenüber den Betroffenen.

Einschüchterung & Psychologischer Druck
Neben dem materiellen Schaden erlitten viele Opfer auch psychischen Stress. Einige berichten von Drohnachrichten oder falschen Anschuldigungen. In einem Fall hinterließ er gefälschte Schlüssel im Briefkasten – eine gezielte Einschüchterung. Die emotionale Belastung war langanhaltend: Betroffene klagten über Angstzustände, Schlafstörungen und ein anhaltendes Gefühl der Unsicherheit.

Wirtschaftsbetrug & Internationale Aktivitäten
Offiziell ist Kosan Geschäftsführer einer Berliner Firma – doch an der angegebenen Adresse existiert das Unternehmen nicht. Ehemalige Geschäftspartner berichten von dubiosen Übernahmen, gefälschten Dokumenten und verschwundenem Investitionskapital. Verifizierte Schäden belaufen sich auf über 120.000 Euro, mit mehr als 20 bekannten Opfern und über 18 Strafanzeigen – von denen viele bisher nicht aufgeklärt wurden.
Internationale Fälle zeigen ein ähnliches Muster: In New York schloss sein Café wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten, in Wien gibt es Berichte über Mietbetrug, und in Istanbul deuten Aussagen auf betrügerisches Geschäftsgebaren hin. Trotz eines offenen Haftbefehls aus München blieb Kosan monatelang auf freiem Fuß.
Systemversagen & Gesetzeslücken
Der Fall deckt alarmierende Schwächen in der öffentlichen Verwaltung auf. Opfer berichten von falschen Anmeldedaten, die wochenlang aktiv blieben, von fehlgeleiteten Behördenkontakten und nicht zugestellten Gerichtsdokumenten. Eine einstweilige Verfügung wurde laut einem Opfer nie zugestellt – mit gravierenden Folgen. Ermittler bezeichneten Kosan trotz des Ausmaßes des Schadens als „kleinen Fisch“. Einige Verfahren wurden nach § 170 StPO mangels Beweisen eingestellt.
Ein strukturelles Problem
Kosan ist kein Einzelfall – sein Fall steht exemplarisch für ein größeres Problem. Serientäter operieren mit geringem Risiko und hohem Gewinn. Reformvorschläge umfassen:
- Priorisierung von Betrugsdelikten
- Einführung von biometrischer ID-Verifikation
- EU-weite Datenbanken für Betrugsfälle
- Schnellere Räumungsverfahren
- Sofortige Vollstreckung von Haftbefehlen
- Härtere Strafen für Wiederholungstäter

Versteckt in aller Öffentlichkeit
Trotz vereinzelter Medienberichte entzieht sich Kosan weiterhin den Konsequenzen. Seine Online-Profile wurden auf privat gestellt, belastendes Material gelöscht. Währenddessen sind seine Opfer weiterhin finanziell geschädigt und emotional belastet – allein gelassen in einem System, das bisher nicht gehandelt hat.
Diese Seite basiert auf verifizierten Zeugenaussagen, offiziellen Dokumenten und polizeilichen Unterlagen. Zwar gibt es bisher keine rechtskräftige Verurteilung, doch die Beweislage spiegelt die Erfahrungen von über 20 Betroffenen – und den dringenden Handlungsbedarf.
Dies ist kein Einzelfall. Es ist ein System, das seine Bürger nicht schützt. Und es ist noch nicht vorbei.
Wenn du Informationen zu Deniz Kosan hast, kontaktiere uns gern – auch anonym!
